Bienenprojekt 6a

Summen auf dem Campus – Ein Jahr voller Imkerglück und Forschergeist

 

Seit fast einem Jahr summt und krabbelt es in unmittelbarer Nähe unseres Klassenzimmers. Anfang Oktober 2025 zog ein Bienenvolk auf die Freifläche direkt hinter der Sporthalle unseres Campus ein und seither hat sich dieser Standort zu einem lebendigen Open Air Laboratorium entwickelt. Dieses großartige Naturprojekt wird durch die großzügige Unterstützung der Klimastiftung der Kreissparkasse ermöglicht. Für das Volk, die fachintensive, leidenschaftliche Begleitung und die wertvollen Praxisstunden danken wir Familie Müller von der Imkerei Werthonig aus Hausen an der Zaber von ganzem Herzen.

 

Das Besondere an diesem Projekt ist die enge Verzahnung von praktischer Ökologie und moderner Medienkompetenz. Jeder Praxistermin mit der Imkerei Werthonig wurde von einer Kleingruppe von Schüler*innen der Klasse 6a eigenständig mit Fotos und Texten dokumentiert und im Anschluss in Form einer Präsentation nachbereitet. Von der eisigen Winterruhe bis zur sommerlichen Honigschwemme haben die Kinder das Volk durch alle Phasen des phänologischen Jahreskreises begleitet.

 

Nach dem Einzug im Herbst gab es zunächst eine Einführung in die Ausrüstung des Imkers, die Schutzbekleidung und die Handhabung der wichtigsten Werkzeuge wie Stockmeißel und Smoker. Im Dezember stand dann die Gesundheit des Volkes im Fokus. Die Schüler lernten viel über den Parasiten namens Varroamilbe, das notwendige Winterfutter und die Eigenschaften von Bienenwachs, wobei die Kinder als kreatives Highlight eigene Kerzen aus duftenden Bienenwachsplatten rollen durften. In einer theoretischen Entdeckungsphase im Januar wurde der phänologische Jahresplan analysiert. Ein besonderer Höhepunkt war hierbei eine Honigverkostung, bei der vor allem der kräftige Geschmack des Wald- und Akazienhonigs allen Beteiligten im Kopf blieb.

Honigverkostung im Klassenzimmer
Honigverkostung im Klassenzimmer

Ende März wurde die Grünfläche durch praktischen Naturschutz aktiv aufgewertet. Die Schüler*innen gestalteten einen eigenen kleinen, bienenfreundlichen Bereich und pflanzten ausdauernde Gewächse wie Minze und Fette Henne an. Im Mai folgte die absolute Hochphase des Bienenjahres, denn das Volk war extrem fleißig und hatte bereits drei Honigräume komplett gefüllt. Neben der Besprechung der enormen Bestäubungsleistung und der Aufgabenverteilung im Bienenstaat, durften die Kinder frischen Honig direkt aus der Wabe probieren.

 

Ein ganz besonderes Erlebnis der jüngsten Kontrollen war das Auffinden der Königin. Die Schüler*innen konnten hautnah beobachten, wie sie behutsam von ihren Zofen gepflegt wird, während sie unermüdlich Eier in die Zellen legt. Neben den Arbeiterinnen wurden auch die Drohnen genau unter die Lupe genommen. Dabei machten die Jugendlichen eine spannende Entdeckung, denn durch einen seltenen Gendefekt im Volk besitzen ein paar der männlichen Bienen weiße Augen und sind blind, was ein faszinierendes Lehrbeispiel für Genetik direkt vor der Schultür darstellt. Auch die Varroamilben konnten lebend im Stock entdeckt werden.

 

Das Projekt nähert sich im Juni seinem kulinarischen Höhepunkt. Gemeinsam mit der Imkerei Werthonig werden die Schüler*innen an der Hölderlin-Realschule ihren eigenen, selbst erzeugten Honig schleudern. Die Vorfreude ist riesig, denn die allerersten frisch abgefüllten Gläser sind exklusiv für die Klasse 6a bestimmt, die sich damit ein echtes, süßes Stück Campusnatur mit nach Hause nehmen darf. Wir bedanken uns nochmals herzlich bei allen Partnern für diese unvergesslichen Lernmomente.

Tanja Eggers

Frau Müller erklärt die Wabenstruktur
Frau Müller erklärt die Wabenstruktur
Unser Bienenvolk
Unser Bienenvolk
Herr und Frau Müller von Werthonig aus Hausen
Herr und Frau Müller von Werthonig aus Hausen
Betrachtung von Brutwaben
Betrachtung von Brutwaben
Unsere bienenfreundliche Wiese entsteht
Unsere bienenfreundliche Wiese entsteht